Eine Kundin sagte nach drei Wochen im Coaching zu mir: „Nicole, es ist wie immer. Meine Kollegin hat zur gleichen Zeit wie ich mit einer Diät angefangen und hat schon zwei Kilo verloren. Warum klappt es bei allen anderen, aber bei mir mal wieder nicht?“
Das war der Moment, in dem ich ihr etwas gesagt habe, das sie nicht erwartet hat: Genau dieser Vergleich war ihr Hauptproblem.
Nicht das Essen. Nicht die fehlende Disziplin. Sondern die Art, wie sie ständig auf andere geschaut hat, statt auf sich selbst. Das war der Grund, weshalb sie bisher nie langfristig drangeblieben ist.
Dieses Muster sehe ich bei fast jeder Frau, die zu mir ins Coaching kommt. Sie vergleichen sich ständig mit anderen, springen von Methode zu Methode und geben sich selbst die Schuld, wenn es wieder nicht klappt.
Aber es liegt nicht an ihnen. Es liegt an einem Mechanismus, den ihnen niemand je erklärt hat, der sie aber seit Jahren im Diätkreislauf festhält, ohne dass sie es merken.
Was vielleicht interessant für dich zu wissen ist: Die Kollegin, mit der sich meine Kundin verglichen hat, war fünfzehn Jahre jünger, hatte keine Kinder, wog über hundert Kilo, hatte konsequent verzichtet und jeden Tag Sport gemacht.
Ein komplett anderer Ausgangspunkt. Trotzdem dieses Gefühl: Die schafft es und ich nicht.
In diesem Artikel zeige ich dir:
- Warum der Vergleich mit anderen dich sabotiert, aber nicht dein eigentliches Problem ist
- Welche unbewussten Muster dich im Kreislauf aus Vergleichen, Kopieren und Scheitern halten
- Wie du diese Muster erkennst und den Weg findest, der wirklich zu dir passt
Bereit? Dann lies weiter.
Du vergleichst dich nicht mit anderen Frauen. Du vergleichst dich mit einer Illusion.
Lass mich dir das an einem klassischen Beispiel deutlich machen.
Es ist Dienstagabend, kurz nach zehn. Die Kinder schlafen. Du sitzt auf dem Sofa, scrollst durch Facebook oder Instagram und siehst eine Frau, die Meal-Prep für die ganze Woche macht.
Danach eine Mutter, die morgens joggt und dabei super fit und happy aussieht. Danach Vorher-Nachher-Bilder von einem Abnehmprogramm, das in zwölf Wochen alles verändert haben soll.
Nach diesen wenigen Minuten schaust du auf dein eigenes Leben und denkst: Warum kriegen die das hin und ich nicht?
„Bei den anderen sieht es immer so leicht aus und ich muss mich nur quälen.“
„Ich starte zur gleichen Zeit wie meine Kollegin und bei mir ist nach drei Wochen immer noch nichts passiert.“
Und hier wird es ehrlich: Jeder dieser Vergleiche ist unfair. Nicht weil du dir etwas einredest, sondern weil du etwas Entscheidendes übersiehst.
Du siehst das Ergebnis einer anderen Frau. Aber du siehst nicht ihren Alltag, ihre Vorgeschichte, ihre Belastung, ihre Unterstützung. Du weißt nicht, ob sie glücklich dabei ist oder ob sie sich quält.
Ob sie fünfzehn Jahre jünger ist, andere Gene mitbringt, keine Kinder hat oder einen komplett anderen Körper. Jede Frau bringt andere Voraussetzungen mit. Die eine liebt es, morgens Sport zu machen. Für die andere ist morgens Ruhe das Schönste, was es gibt.
Diese Vergleiche mit einer Illusion machen dich wahnsinnig, und sie helfen dir kein Stück beim Abnehmen.
Das ist, wie wenn du dich mit einer Freundin in Hamburg zum Wochenende treffen willst. Du kommst aus Stuttgart und sie aus Köln. Du fährst einen Sportwagen, sie einen Kleinbus. Ihr habt euch für Samstag um 15 Uhr verabredet.
Du würdest niemals auf die Idee kommen, zu fragen, wann sie losfährt, wo sie langfährt und wann sie Pausen macht. Sie hat einen komplett anderen Ausgangspunkt, eine andere Strecke, ein anderes Auto. Also schaust du, wie du in deinem Tempo, mit deinen Pausen, pünktlich ankommst.
Beim Abnehmen machst du das Gegenteil. Du schaust ständig auf die Route der anderen. Auf ihr Tempo. Auf ihre Zwischenstopps. Wenn du dann nicht genauso schnell ankommst, denkst du, mit dir stimmt etwas nicht.
Aber mit dir stimmt alles. Du hast nur einen anderen Ausgangspunkt, eine andere Strecke und ein anderes Auto. Deshalb kann dein Weg nicht aussehen wie ihrer.
Das Problem ist nicht, dass du zu wenig tust. Das Problem ist der Maßstab, mit dem du dich misst. Dieser Maßstab gehört nicht dir.
Aber das Vergleichen selbst ist nicht dein eigentliches Problem. Es ist nur das Symptom. Was wirklich dahinter steckt, darüber spricht fast niemand.
Warum du dich vergleichst und was wirklich dahinter steckt
Ich hab dir ja schon gesagt, dass ich dieses Muster bei fast jeder Frau in meinem Coaching entdecke. Die Frage ist also: Warum vergleichst du dich eigentlich die ganze Zeit? Was steckt wirklich dahinter?
Nach über 70.000 Coachings kann ich dir sagen: Dahinter steckt, dass du dir selbst nicht mehr vertraust.
Das ist kein Zufall. Du hast dir dieses fehlende Selbstvertrauen über Jahre antrainiert. Nicht absichtlich. Nicht bewusst. Aber Schritt für Schritt.
Jede Diät, die nach drei Wochen nicht mehr funktioniert hat, hat dir ein Signal gegeben: Ich schaffe das nicht. Jedes Programm, das du abgebrochen hast, hat die Überzeugung verstärkt: Bei mir klappt es einfach nicht.
Jedes Mal, wenn du gesehen hast, dass es bei einer anderen Frau scheinbar funktioniert und bei dir nicht, hast du nicht die Methode in Frage gestellt. Du hast dich selbst in Frage gestellt.
Nach fünf, zehn, fünfzehn Jahren dieses Kreislaufs ist das Ergebnis logisch: Du glaubst dir selbst nicht mehr. Du traust deinem Körper nicht. Du traust deinen Entscheidungen nicht.
Also suchst du die Antwort dort, wo sie sich scheinbar sicherer anfühlt: bei anderen. Bei der nächsten Methode. Beim nächsten Programm. Beim nächsten Vergleich.
So entsteht die Kette:
Gescheiterte Versuche → Selbstvertrauen sinkt → du schaust nach außen → du vergleichst → du kopierst den Weg einer anderen, weil es bei ihr ja funktioniert → nach kurzer Zeit merkst du, es passt nicht zu dir → du scheiterst → Selbstvertrauen sinkt weiter.
Die Kette dreht sich. Seit Jahren.
Aber warum kommst du da nicht raus, obwohl du es eigentlich besser weißt?
Weil dein Unterbewusstsein eine einzige Priorität hat: dich schützen. Schutz bedeutet für dein Gehirn: bei dem bleiben, was es kennt. Auch wenn das Bekannte nicht funktioniert.
Auch wenn das Bekannte nicht cool ist. Das ist deinem Gehirn egal. Es kennt es und egal wie gut oder schlecht: Es überlebt erstmal damit.
Deshalb springst du von Methode zu Methode.
Wenn du ein neues Programm startest, passiert etwas sehr Cleveres: Du bekommst einen Dopamin-Kick. Hoffnung. Aufbruch.
Das Gefühl: Diesmal wird alles anders. Das fühlt sich gut an.
Und ganz wichtig: Es ist ein vertrautes Gefühl, weil du es schon zigmal erlebt hast. Vertraut bedeutet sicher. Dein Unterbewusstsein liebt das.
Aber weißt du, wovor es dich damit schützt? Vor dem, was sich wirklich unsicher anfühlt: Dinge in deinem Alltag verändern, die du noch nie verändert hast.
Und jetzt denkst du wahrscheinlich: Oh doch, bei jeder Diät verlasse ich meine Komfortzone! Ich gehe zum Sport, ich zähle Kalorien, ich verzichte …
Aber wenn du ganz ehrlich bist: Ist nicht das deine Komfortzone? Das, was du immer wieder machst, nur jedes Mal ein kleines bisschen anders?
Wenn ich sage, außerhalb der Komfortzone zu handeln, dann meine ich etwas anderes. Ich meine: Nein sagen auf der Arbeit, wenn du noch mehr Aufgaben übernimmst, obwohl du schon übervoll bist. Nein sagen zu den Kollegen, die Kuchen mitbringen.
Nein sagen zu deinem Mann oder deinen Kindern, weil du einfach mal zehn Minuten Zeit für dich brauchst. Das sind die größten Herausforderungen meiner Kundinnen, weil sie die ganze Zeit für alle da sind, außer für sich selbst. Die Schoki abends auf der Couch ist der einzige Moment, den sie sich gönnen. Der aber leider nicht zu ihrem eigenen Ziel passt.
Das ist der Grund, warum du nicht bei dir bleibst. Nicht weil du es nicht willst. Sondern weil dein Unterbewusstsein den sicheren Weg wählt. Die nächste Methode, die nächste Hoffnung, den nächsten Vergleich. Alles besser, als in die Unsicherheit des eigenen Wegs zu gehen und Dinge zu verändern, die auch andere Menschen betreffen.
Du bist nicht undiszipliniert. Du bist nicht willensschwach. Dein Unterbewusstsein hat über Jahre ein Muster entwickelt, das dich im Kreislauf hält.
Es hat gelernt:
Hoffnung auf die nächste Methode = sicher.
Eigener Weg = unsicher.
Es wählt jedes Mal die Sicherheit.
Solange dieses Muster unbewusst läuft, steuert es dich. Du kannst noch so viele Artikel über Abnehmen lesen, noch so viele Programme kaufen, noch so oft „ab Montag“ sagen. Das Muster wird dich zurückholen.
Raus kommst du nur, wenn du es einmal klar erkennst und auch anerkennst, dass es diese unbewussten Muster in dir gibt, und dass sie der erste Punkt sind, an dem du ansetzen musst, wenn du da raus willst.
Sonst ist es, als würdest du ein Feuer sehen, es kurz anschauen und dich dann umdrehen und weggehen. Das Feuer wird weiter brennen. Es wird sich ausbreiten.
Wenn du aber verstehst, dass nicht du das Problem bist, sondern ein Mechanismus, der in dir läuft und wenn du dich dann bewusst entscheidest: Ich schau mir jetzt dieses Feuer an und finde selbst einen Weg, es zu löschen.
Auch wenn es sich unsicher anfühlt, weil ich es noch nie selbst gelöscht habe. Auch wenn mein Gehirn lieber die nächste Methode hätte. Dann kann wirklich eine Veränderung stattfinden.
Dabei helfen dir die nächsten vier Schritte.
Raus aus dem Kreislauf: 4 Schritte, die wirklich etwas verändern
Du verstehst jetzt, was hinter dem Vergleichen wirklich steckt. Du kennst das Muster, den Kreislauf und die unbewussten Saboteure, die dich dort halten.
Jetzt geht es darum, den Kreislauf zu durchbrechen.
Schritt 1: Erkenne das Muster
Der erste Schritt ist der einfachste und gleichzeitig der, den die meisten überspringen. Beobachte dich. Nicht verändern. Nur beobachten.
Achte in der nächsten Woche auf die Momente, in denen das Muster greift. Die Momente, in denen du anfängst, dich zu vergleichen und direkt in den Dopamin-Kick springst. Neue Hoffnung, neuer Plan, neuer Weg. Ohne eine Sekunde darüber nachzudenken, ob das überhaupt zu dir passt, sondern nur aus dem Vergleich heraus.
Vielleicht passiert es abends beim Scrollen. Vielleicht in der Mittagspause. Vielleicht beim Blick auf die Kollegin, die „einfach so“ schlank ist. Schreib auf, wann es passiert und was du danach tust. Du wirst Muster erkennen und allein das verändert schon etwas.
Schritt 2: Stoppe den Autopilot
Erkennen allein reicht nicht. Du musst den Mechanismus stoppen. Das bedeutet: Nicht sofort handeln.
Das ist der Autopilot: Du siehst etwas, vergleichst dich und dein Gehirn springt direkt zur nächsten Methode, zum nächsten Programm, zum nächsten Versuch. Ohne Pause. Ohne nachzudenken. Ohne bewusste Entscheidung.
Stoppen heißt: dir einen Moment nehmen. Das Feuer anschauen, statt dich wegzudrehen. Nur wenn du aufhörst, dem Dopamin-Kick sofort nachzugehen, kannst du überhaupt beginnen, selbst aktiv Entscheidungen zu treffen. Sonst handelst du permanent auf Autopilot und landest jedes Mal wieder im gleichen Kreislauf.
Schritt 3: Vervollständige dich, statt dich zu vergleichen
In diesem Moment, in dem du hinschaust und nicht sofort handelst, beginnt die eigentliche Veränderung. Denn das ist der Moment, in dem du aus dem Vergleich rauskommst.
Ich sage meinen Kundinnen immer: Vervollständige dich, statt dich zu vergleichen.
Was meine ich damit?
Wir alle sind einzigartig. Wir müssen aufhören, das zu wollen, was andere haben, und anfangen, unsere eigene Besonderheit wertzuschätzen und anzuerkennen. Wenn du das machst, kannst du aufhören, den Weg anderer zu kopieren und beginnen, deine Lücken mit dem zu füllen, was wirklich zu dir passt. Was du brauchst. Was für dich als die Person, die du bist, richtig ist.
Das klingt vielleicht einfach. Aber es ist das Wichtigste, was du brauchst, um abzunehmen. Nicht der nächste Ernährungsplan. Nicht mehr Disziplin. Sondern der Blick nach innen statt nach außen.
Vergleichen fragt: Was hat die andere, was ich nicht habe?
Vervollständigen fragt: Was brauche ich, um in meine Balance zu kommen?
Schritt 4: Fang klein an und halte dein Wort
Du weißt jetzt, wo du ansetzen musst. Jetzt geht es ums Tun. Hier machen die meisten den größten Fehler: Sie wollen alles sofort. Alles perfekt. Ab morgen ein neues Leben.
Das ist der Grund, warum so viele scheitern, die etwas Neues ausprobieren.
Fang klein an. Wirklich klein. Ein erster Schritt, den du wirklich gehst, nicht zehn Schritte, die du dir nur vornimmst. Wenn du den Schritt klein hältst, gibst du deinem Gehirn genug Sicherheit, um den neuen Weg wirklich zu gehen.
Wenn du diesen einen Schritt dir selbst gegenüber einhältst, passiert etwas, das dir kein Vorher Nachher Bild geben kann: Du baust Vertrauen auf. In dich selbst.
Nicht weil jemand dir gesagt hat, was du tun sollst. Sondern weil du es selbst entschieden hast. Durchgezogen hast.
Wenn du jetzt merkst, dass sich das alles richtig anfühlt, du es aber allein nicht greifen kannst, dann ist das völlig normal. Der Vergleich ist nur einer von vielen inneren Saboteuren, die dich seit Jahren im Kreislauf halten.
Es gibt weitere Muster, die genauso unbewusst ablaufen und dich genauso zuverlässig zurückholen. Jedes Mal.
In meiner Anti-Diät-Challenge gehen wir in sieben Tagen gemeinsam genau diese Saboteure durch. Wir decken auf, welche Muster in dir ablaufen, nicht nur den Vergleich, sondern alles, was dich bisher davon abgehalten hat, wirklich dranzubleiben.
Dann gehen wir die Schritte, die du in diesem Artikel kennengelernt hast: Erkennen. Stoppen. Hinschauen. Und anfangen, dich zu vervollständigen, statt dich zu vergleichen.
Sieben Tage. Kein Programm. Kein Ernährungsplan. Nur Klarheit darüber, was dich wirklich festhält und wie du da rauskommst.


